Mein nächtlicher Kampf um Sauerstoff!

Dass ich aktuell nicht müde bin, liegt einfach nur daran, dass ich gerade einen Mittagsschlaf absolviert habe, was leider nur am Wochenende geht. Was will ich Euch damit sagen? Eigentlich gar nichts. Ich möchte hier meinen „Leidensgenossen“ nur einen Erfahrungsbericht abliefern. Mit dieser Tagesmüdigkeit laufe ich nämlich eigentlich schon seit Jahren durch die Gegend. Da diese Müdigkeit mal mehr, mal weniger auftritt habe ich diesem Umstand allerdings keine große Bedeutung zugeordnet. In letzter Zeit wurde es allerdings immer schlimmer und ich wachte schon morgens nicht mehr ausgeschlafen auf. Den Grund dafür habe ich auch schon erkannt, denn ich wache mehrfach nachts ohne ersichtlichen Veranlassung auf und das im Schnitt drei bis vier mal. Das nervt nicht nur, sondern verhindert natürlich auch einen gesunden und erholsamen Schlaf. Da ich zusätzlich ein gut ausgestattetes Schnarchorgan habe, was meine Zukünftige schon vor Jahren zum Auszug aus unserem gemeinsamen Schlafzimmer zwang, habe ich mich entschlossen mal einen Arzt aufzusuchen.

Da ich in Köln arbeite, suchte ich per Internet nach einem Arzt, der sich auf Schlafmedizin spezialisiert hat. Meist sind das HNO Ärzte, ich fand jedoch einen Internisten bzw. Kardiologen der zusätzlich einen eigenen Schlaflaborplatz in einer Kölner Klinik betreibt. Der Termin war schnell gemacht und ich begab mich am Donnerstagmorgen in die Praxis. Um die Ursache für meine Schlafstörungen zu bestimmen bekam ich, nach einer kurzen Erklärung durch eine Arzthelferin, ein so genanntes Screening Gerät mit nach Hause. Über zwei Brustgurte, eine Klammer am Mittelfinger und einen Schlauch unter der Nase werden ,während ich schlafe, meine Atmung und der Sauerstoffgehalt meines Blutes beobachtet. Das Gerät und die entsprechenden Messvorrichtungen lässt sich relativ einfach anlegen und anschließen. Obwohl ich befürchtete, dass mich die Schläuche stören, habe ich in der Nacht ein paar wie üblich unterbrochene Stunden Schlaf hin bekommen. Am Morgen schnallt man dann Schläuche und Screening Gerät ab und begibt sich damit wieder zum Arzt.

Dann kommt die Auswertung der Daten. Der Arzt betrachtete auf einem Monitor das Ergebnis und die Diagnose war klar. Ich habe in der Nacht dezente Atemaussetzer und zwar um genau zu sein im Schnitt 27 davon pro Stunde. Die Aussetzer führen dazu, dass der Sauerstoffgehalt meines Blutes bedrohlich absinkt. Da mein Körper das aber zum Glück nicht so einfach zulässt, währt er sich mit einer Stressreaktion dagegen und lässt mich aufwachen. Das Aufwachen geht einher mit einem lauten Schnarcher bei dem ich den dringend benötigten Sauerstoff wieder einatme. Also wache ich im Prinzip nicht nur die von mir wahrgenommenen drei bis viermal pro Nacht auf, sondern nach Adam Riese 189 mal, wenn ich sieben Stunden „schlafe“ Tja, in diesem Sinne, bin ich also kein ausgeschlafener Typ. Das Ganze nennt man aus medizinischer Sicht Schlafapnoe.

Um die Umstände jetzt noch genauer zu untersuchen habe ich nächste Woche zwei Nächte in dem o.a. Schlafabor „gebucht“. Dort wird dann mein Schlafverhalten noch intensiver untersucht wie mit dem mobilen Gerät. Hinzu kommt dann wohl noch ein EKG, EEG, Augenbewegungsmessung usw. wovon ich Euch berichten werde. Am nächsten morgen wird dann wieder alles ausgewertet und die richtige Therapie eingeleitet. Es läuft bei mir wohl alles auf eine sogenannte CPAP-Behandlung hinaus. Bevor ich jedoch ins Schlaflabor gehen kann, musste ich noch schnell zu einem HNO Arzt um feststellen zu lassen, ob mit meinen Atemwegen alles in Ordnung ist. Der HNO hat nichts Auffälliges gefunden. Zu der ganzen Aktion erzähle ich Euch später mehr. Ich kann mir gut vorstellen, dass es einige Müde Zeitgenossen da draußen gibt die das auch interessiert!? ;-)

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