Kommt Zumwinkel mit Bewährungsstrafe davon?
Ich hab es schon geahnt, als Zumwinkel wegen der Steuerhinterziehung angeklagt wurde! Wenn man den jahrelangen Mannesmann-Prozess verfolgt hat, musste einem das schon vorher klar sein. Auch hier wird der Angeklagte Klaus Zumwinkel mal wieder mit einem blauen Auge davon kommen. Wie das Handelsblatt heute berichtet soll Zumwinkel schon vor Prozessbeginn mit seinen Anwälten eine Bewährungsstrafe ausgehandelt haben.
Mir kommt das alles ein wenig seltsam vor. Zuerst nimmt das Landgericht Bochum die von der Staatsanwaltschaft eingereichten Anschuldigungen nicht in vollem Umfang an. Dann wäre es nämlich eine angenommene Steuerhinterziehung mit einer Summe von 1,2 Mio Euro gewesen. Nein, die Anschuldigungen werden reduziert auf die Jahre 2002 - 2006 in denen unversteuertes Geld nach Lichtenstein geschafft worden sein soll, womit die Summe auf unter eine Million fällt. Komischer Weise hatte erst im Dezember unser Bundesgerichtshof entschieden, dass Steuersünder im Millionenbereich mit einer Haftstrafe zu rechnen hätten. Sauber eingefädelt!
Zumwinkel soll jetzt ein Geständnis ablegen und mit maximal zwei Jahren Bewährung davon kommen. Was für ein Geständnis? Das braucht kein Mensch! Ich denke das Gericht bzw. die Staatsanwaltschaft benötigt es nicht um den Steuerbetrug nachzuweisen! Bei mir erzeugt das alles einen sehr faden Beigeschmack. Kein Wunder, dass die Steuermoral in unserem Land weiter sinkt, wenn bei solchen Summen nur Bewährungsstrafen zu erwarten sind. Mich würde interessieren was passiert wenn Lieschen Müller angeklagt wäre? Vermutlich 20 Jahre Kerker. Das kann man einem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der deutschen Post natürlich nicht zumuten! Was soll der dann mit seiner schönen Rente machen?

